Bonität

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Helene Mueller
eCollect support team

Die
Bonität
ist der Ausdruck der Kreditwürdigkeit einer natürlichen oder eine juristischen Person. Um die Kreditwürdigkeit zu messen, gibt es unterschiedliche Verfahren und Methoden. In der Regel wenden Kreditinstitute und Auskunfteien Scoring- oder Ratingverfahren an, welche die Kreditwürdigkeit in einer Note oder einer Punktzahl ausdrücken. Bekannte Partner auf Seite der Auskunfteien sind hierbei die SCHUFA GmbH, die Creditreform oder Bürgel Wirtschaftsinformationen. Die Kreditwürdigkeit drückt dabei sowohl die persönliche als auch die wirtschaftliche Kreditwürdigkeit des Person bzw. auch eines Schuldners aus.


Was versteht man unter der persönlichen Kreditwürdigkeit?

Die persönliche Kreditwürdigkeit drückt aus, ob der Schuldner zuverlässig und zahlungswillig ist. Grundlage der Bewertung dieser Möglichkeiten bilden die fachlichen und sozialen Kompetenzen des Schuldners bzw. des Managements eines Unternehmens. Im Firmenkundenrating von Kreditinstituten werden diese Komponenten oft auch als sogenannte Soft Facts (weiche Faktoren) bezeichnet, die (je nach Bedeutung) die Ratingnote jedoch bis zu 50 Prozent beeinflussen können.

Was versteht man unter der wirtschaftlichen Kreditwürdigkeit?

Die wirtschaftliche Kreditwürdigkeit wird auch als materielle Kreditwürdigkeit bezeichnet. Damit wird ausgedrückt, ob der Schuldner aufgrund seiner persönlichen bzw. unternehmerischen wirtschaftlichen Verhältnisse finanziell in der Lage ist, z. B. ein Darlehen zurückzuzahlen. Um diese Möglichkeit zu recherchieren, werden wirtschaftliche Unterlagen des Schuldners untersucht. Im privaten Bereich sind dies z. B. Einkommensteuererklärungen, im gewerblichen Bereich Bilanzen, Betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWAs) oder Einnahme-Überschuss-Rechnungen. Kreditinstitute sind aufgrund gesetzlicher Vorschriften (unter anderem § 18 Kreditwesengesetz) verpflichtet, sich laufend ein angemessenes Bild über die Bonität ihrer Kunden zu verschaffen. In § 18 Absatz 1 KWG heißt es hierzu unter anderem wörtlich: „Ein Kreditinstitut darf einen Kredit, der insgesamt 750 000 Euro oder 10 vom Hundert des haftenden Eigenkapitals des Instituts überschreitet, nur gewähren, wenn es sich von dem Kreditnehmer die wirtschaftlichen Verhältnisse, insbesondere durch Vorlage der Jahresabschlüsse, offen legen lässt. Das Kreditinstitut kann hiervon absehen, wenn das Verlangen nach Offenlegung im Hinblick auf die gestellten Sicherheiten oder auf die Mitverpflichteten offensichtlich unbegründet wäre.“

Bedeutung der Bonität eines Schuldners

Die Bonität eines Schuldners ist für viele Geschäfte im täglichen Leben entscheidend: Angefangen von der Beantragung einer Mobilfunknummer über die Möglichkeit, Lastschriften bei Internetkäufen vom Partner einziehen zu lassen, bis hin zur Kreditaufnahme bei einer Bank. All diese Möglichkeiten stehen dem Kunden bzw. Schuldner nur dann offen, wenn seine Bonität einwandfrei ist. Daher ist es für ihn von zentraler Bedeutung, für eine positive Bonität, das heißt ein gutes Rating, zu sorgen. Insbesondere folgende Aspekte wirken sich dabei negativ auf die Bonität bzw. das Rating eines Schuldners aus (sog. Negativmerkmale) und sollten nach Möglichkeit vermieden werden: mehrfache Rückgabe von Lastschriften mangels Deckung, dauerhafte Kontoüberziehungen, hohe Verfügungen beim Girokonto über das Limit hinaus, häufige Nutzung der Kreditkarte für Bargeldabhebungen, rückständige Darlehensraten bzw. offene Darlehensforderungen, Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, Abgabe einer Eidesstattlichen Versicherung (sog. Offenbarungseid) und Zwangsvollstreckungsmaßnahmen bzw. Maßnahmen im Vorfeld einer Zwangsvollstreckung. Diese Negativmerkmale werden wiederum in harte und weiche Negativmerkmale unterschieden. Harte Merkmale sind Daten, die i. d. R. gerichtlich bestätigt werden können, wie z. B. die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Weiche Merkmale haben eine geringere Aussagekraft und sind (noch) nicht gerichtlich bestandskräftig bzw. auf einseitiges Betreiben des Gläubigers entstanden. Als Beispiel kann die Beantragung eines Mahnbescheides genannt werden.


Quellen & externe Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bonität
 

http://www.wallstreet-online.de/ratgeber/finanzen-steuern-versicherung/schulden/schlechte-bonitaet-verhindert-kredite
 

http://www.bild.de/infos/kredit/kredit/kredit-ohne-bonitaet-9338110.bild.html